TV-Info:
| Charly ist mit seinen 52 Jahren der älteste Sumatra-Orang-Utan in einem Tiergarten. Und noch immer geht nichts ohne ihn in der siebenköpfigen Gruppe im Zoo von Frankfurt am Main. Seit Juni 2008 bewohnen hier die in ihrer asiatischen Heimat hochbedrohten Primaten den Borgori-Wald, die neue Menschenaffenanlage. Große Gehege mit vielen Klettermöglichkeiten bis in zwölf Meter Höhe bieten viel Abwechslung. Und die nutzt der
Orang-Utan-Methusalem ebenso wie die Jungen. Er hat im alten Menschenaffenhaus, das noch zu Zeiten von Prof. Grzimek gebaut wurde, das Klettern nicht verlernt. Das Grzimek-Camp mit der berühmten Skyline im Hintergrund erinnert an den wohl bekanntesten Zoo-Chef Deutschlands: Prof. Dr. Dr. Bernhard Grzimek. Im April 2009 wäre er 100 geworden. Er leitete von 1945 bis 1974 den Tiergarten in der Main-Metropole und begründete dessen internationales Ansehen. Die Sumatra-Tiger Iban und Malea haben
sich auf der gemeinsamen Freianlage gut aneinander gewöhnt. Beinahe zu gut. Ihren Alltag im Katzen-Dschungel etwas anregender zu gestalten, tut Not. Damit befasst sich nun eine von insgesamt 17 Forschungsarbeiten der Universität Gießen im Zoo. Die Kooperation der beiden hessischen Einrichtungen hat Tradition. Auch ohne äußeres Zutun spielen die Indischen Löwen einträchtig miteinander - jetzt gerade mehr denn je. Die Paarungszeit rückt näher. Der Zoo von Frankfurt am Main ist der zweitälteste
Deutschlands. Eröffnet wurde er 1858. Eine Bürgerinitiative hatte dafür gesorgt, dass die Polizeibehörde "das Halten wilder Tiere in geeigneten Behältern" erlaubte. |
Inhaltsangabe und Kommentar: | Nach einigen Tierportraits leitet der Film mit dem vor dem Affenaus aufgebauten Grzimek-Camp, in dem sowohl die Arbeit der Zoologischen Gesellschaft
Frankfurt wie auch das Vermächtnis des früheren Zoodirektors Bernhard Grzimek vorgestellt wird, über zu historischen Aufnahmen und zu den Okapis, deren Vorgänger Grzimek einst aus Afrika holte. Der Frankfurter Zoo war der erste, der alle vier Menschenaffenarten züchtete, und das nicht zuletzt dank des damals wegweisenden Menschenaffenhaus mit Außenkäfigen, Freianlage und Panzerglas im hellen, bepflanzten Besucherraum. Der Zahn der Zeit nagte dennoch am Gebäude, und 2008 wurde nach langer
Bauzeit der “Borgoriwald” eröffnet, das neue Menschenaffenhaus mit dem Kunstnamen aus Bonobo, Orang und Gorilla, das erneut innovativ in die Zukunft der Affenhaltung weist. Eine kurze Sequenz ist auch dem Schuhschnabel gewidmet, seit 50 Jahren das Charaktertier der Vogelhallen, der aber erst 2008 erstmals in einem Zoo der Welt gezüchtet wurde (in Paradisio, Belgien). Die 150-jährige Geschichte des Frankfurter Zoos - der Film zeigt einige Szenen der Feiern 2008 - war wechselhaft genug,
mit glanzvollen Zeiten als einer der größten Zoos der Welt und gesellschaftlicher Mittelpunkt der Stadt, aber auch totaler Zerstörung im Krieg, Finanznöten und jahrzehntelanger Stagnation in einer blockierenden Stadtverwaltung. Nun wird gerade wieder ein neuer Masterplan mit Schwerpunkt Artenschutz entwickelt, der etwas mehr Chancen als seine Vorgänger hat, umgesetzt zu werden, wenn auch wohl auf Kosten des seit Jahrzehnten geplanten Außenzoos. Unter die Maßnahmen fällt zudem der
Abriß des Grzimekhauses - bis vor wenigen Jahren noch eines der neuesten Gebäude im Zoo - mit seinen tierischen Kostbarkeiten wie Fingertieren, Waldhunden, Schwimmratten, Erdferkeln und Kowaris. Diese Besonderheiten, die kaum ein anderer Zoo zeigen kann, hätten in der Sendung nicht zuletzt deshalb mehr Beachtung fiinden können, während “Allerzoosarten” wie Erdmännchen nun wirklich oft genug im Fernsehen zu sehen waren. |