TV-Info: | Film von Oliver Jähnel 1965 wagte es der Duisburger Zoo als erster nach dem Tiergarten von
Chicago, Große Tümmler in Becken mit künstlichem Meerwasser zu präsentieren. Auf chemische Wasserzusätze wurde gänzlich verzichtet, und so gab es auch schon mehrfach Nachwuchs im Duisburger Delfinarium, das zu den größten Europas gehört. Die Teilnahme an den Vorführungen ist für Ivo, Pepina, Daisy und Delphi stets freiwillig. Haben sie keine Lust, dann hat das Publikum eben Pech gehabt. Doch das kommt selten vor. Ihre akrobatischen Sprünge machen den Großen Tümmlern selbst den meisten Spaß.
Die Innenscheiben des Gürteltiergeheges zu putzen, ist eine der unbeliebtesten Aufgaben für die Tierpfleger im Zoo von Duisburg. Olli stürzt sich sofort auf den Eindringling, schon manches Hosenbein ist dabei draufgegangen. Nur wenige Zoos zeigen die emsigen und schwer zu haltenden Nebengelenktiere. Flussdelfine sind Süßwasserbewohner. Außerhalb Südamerikas ist Duisburg der einzige Zoo, der sie zeigt - und dies schon seit 30 Jahren. Im Herbst 2005 wurde das Tropenhaus Rio Negro
eröffnet, in dem die beiden Inias oder Orinoko-Delfine im lichtdurchfluteten 650-Kubikmeter-Pool einen tollen Lebensabend verbringen können. Abenteuer Zoo war dabei, als sie im Rahmen einer aufwändigen Aktion in ihr neues Domizil gebracht wurden. Auch die Zweifingerfaultiere Luis und Peggy Sue sollen in die neue Südamerika-Anlage einziehen. Da sie sich im Urwalddickicht vermutlich nur sehr schwer einfangen lassen, erhalten sie zuvor noch schnell eine Maniküre. Oft werden sie nicht zu
beobachten sein. Kopfunter in den Zweigen hängend schlafen diese äußerst trägen und bedächtigen Tiere rund 15 Stunden am Tag. Das wäre noch viel zu wenig für die australischen Koalas, die es locker auf 20 Ruhestunden bringen. Manchmal sind die absoluten Kings vom Kaiserberg jedoch ziemlich aktiv ... Mit neun Tieren beherbergt Duisburg neben dem Zoo von San Diego die größte Zuchtgruppe der Welt. Außerdem ist er der einzige deutsche Zoo, in dem man die putzigen Beutelbären erleben kann.
Nicht nur deshalb gehört der 1934 gegründete Tiergarten mitten im Ruhrgebiet zu den beliebtesten des ganzen Landes. |
Kommentar: | Die ersten zehn Minuten hätte der Film - wie ursprünglich die meisten
der gezeigten Tiere - auch gleich aus Dortmund kommen können - die “Südamerikaner” sind nicht gerade die Charaktertiere des Zoo Duisburg. Dann folgte das übliche Kurzportrait des Zoos, diesmal sogar mit Nennung der Eintrittspreise und anderer “leicht verderblicher” Information, die bei den zu erwartenden Wiederholungen ein Problem werden dürften. Doch dann kamen die eigentlichen Stars des Zoo Duisburg ins Bild: Koalas (mit einer der höchst selten gefilmten Paarungen) und Delphine.
Anders als in manch früheren Folgen der Reihe ist die Szenenfolge nun lebhafter, die einzelnen Tierarten werden deutlich schneller abgehandelt - früher gab es lange Einstellungen und manchmal fünf oder mehr Minuten nur eine Tierart zu sehen. Dieses Zugeständnis an die Doku-Soap-Flut aus Zoos zeigt sich auch in Szenen wie bei den Gürteltieren und dem Faultier - solch kleine Tierpfleger-Geschichten gab es früher kaum. Zu guter Letzt bot die Sendung einen schönen Einblick in die neue
Rio-Negro-Anlage und die filmische Dokumentation des lange erwarteten Umzugs der Toninas. |
Tipps: | Der Zoo Duisburg ist der einzige deutsche Zoo, dem die Sendereihe bereits einen zweiten Film zugestanden hat. Völlig zu recht: Der Titel der damaligen Folge “Intelligenzen aus dem Meer - Wale von Beluga bis Jacobita” würde heute nicht mehr zutreffen - die letzten der Weißwale und Commerson-Delphine verließen den Zoo 2004 gen San Diego. Schon 1993 einer der schönsten
und interessantesten Zoos Deutschlands, hat sich der Park im letzten Jahrzehnt rasant weiterentwickelt, es wurden zahlreiche neue Anlagen und Häuser erbaut und der Schwerpunkt der Tierhaltung verändert. Sollte es auch noch eine Doku-Soap aus Duisburg geben, wäre wohl der Titel “Koala, Delphin und Co.” angebracht. |